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 Betreff des Beitrags: Lernen im Jahr 2050
BeitragVerfasst am: 12 Jul 2006 17:57 
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SQL-Syntax-Verdreher
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Registriert: 22 Jun 2006 12:26
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Ich lese gerade ein Buch aus dem Jahr 1990 "Die multimediale Gesellschaft". Dort entwickeln die beiden Autoren (einer von Sony und ein Unternehmensberater) ein Szenario, wie sich die Gesellschaft entwickeln wird, wenn die Computertechnik weiter voranschreitet.

Nun haben wir das Jahr 2006 und ich bin fasziniert davon, in wievielen Bereichen die beiden Autoren recht behalten haben und in manchen Bereichen sind wir noch viel schneller in der Entwicklung als vorhergesagt.

Wie wird das Lernen im Jahre 2050 aussehen?

- Kinder gehen nicht mehr zur Schule sondern lernen im Internet
- Lehrer sind nur noch Computerprogramme bzw. Roboter :nixda:
- Computer lassen sich mit Sprache steuern, Rechtschreibung wird unwichtig, der Computer wandelt die Sprache in Text um: Kinder können nicht mehr schreiben :stumm:
- Wissen wird nebensächlich, gelernt wird nur noch, wie man Wissen findet und verarbeitet
- alle Bibliotheken und alles Wissen dieser Welt ist online verfügbar
- Im Internet gibt es Selbsthilfegruppen für spielsüchtige Kinder und Erwachsene
- Eltern erziehen Ihre Kinder nicht mehr selbst, sondern überlassen dies Robotern
- jeder arbeitet und lernt zu Hause im Homeoffice (weniger Straßen, weniger Autos)
- Bildschirme gibt es nicht mehr. Die Inhalte werden direkt über ein Implantat ins Auge projiziert (sehr *gruselig* utopisch)
- es gibt kein Geld mehr, bezahlt wird nur noch virtuell

Bei solchen Gedanken kann es einem manchmal gruseln, ich fürchte fast, dass vieles von dem Wirklichkeit werden könnte und wir das auch noch gut und richtig finden werden.

Vielleicht habt Ihr ja auch noch ein paar Visionen zum Jahr 2050


8)

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst am: 22 Jul 2006 23:18 
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Hercule Poirot
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Registriert: 23 Jun 2006 14:17
Beiträge: 2048
Spannendes Thema. Da habe ich mir doch gleich mal die Beschreibung des Buches rausgesucht: http://www.tu-berlin.de/presse/safer/94dez/multimedia.html
44 Jahre sind natürlich ein sehr langer Zeitraum (da bin ich ja schon steinalt :evil: ).

Kinder gehen nicht mehr zur Schule sondern lernen im Internet Kann ich mir nicht wirklich vorstellen, zur Schule zu gehen bedeutet ja mehr als nur zu lernen, besonders bei kleineren Kindern. Ich kann mir aber eine Einschulung mit 4 oder 5 Jahren, wie in anderen Ländern, gut vorstellen. Wobei man nicht vergessen darf, daß den 4 oder 5 Jährigen in anderen Ländern nicht das abverlangt wird, wie bei uns den 1. Klässlern.

Lehrer sind nur noch Computerprogramme bzw. Roboter
Kann ich mir gar nicht vorstellen - ziemlich utopisch

Computer lassen sich mit Sprache steuern, Rechtschreibung wird unwichtig, der Computer wandelt die Sprache in Text um: Kinder können nicht mehr schreiben
Ich glaube schon, dass auch weiterhin an Grundschulen Rechtschreibung gelehrt wird. Jedoch wird sicherlich in den nächsten Jahren der PC/Laptop in allen Klassen (ab der 5. Klasse) für jeden Schüler zur Verfügung stehen. Es gibt heute schon "Laptop" Klassen. Das hat sicherlich Zukunft.

Wissen wird nebensächlich, gelernt wird nur noch, wie man Wissen findet und verarbeitet
Das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Wenn ich etwas wissen möchte, dann suche ich Wisssen, verarbeite Wissen und dann habe ich doch Wissen ....
Oder meintest Du, daß Lehrer kein Wissen mehr vermitteln, sondern nur noch Grundkurse zum richtigen "googlen" halten ?

alle Bibliotheken und alles Wissen dieser Welt ist online verfügbar
Da ist Google schon dabei. Soweit ich weiss, haben sie doch grade einen Prozess gewonnen

Im Internet gibt es Selbsthilfegruppen für spielsüchtige Kinder und Erwachsene
Gibt es bereits, auch für Chatsüchtige 8)

Eltern erziehen Ihre Kinder nicht mehr selbst, sondern überlassen dies Robotern
utopisch - eine Stunde im Schwatzladen und Du kommst nicht mehr auf solche Ideen - wobei das vielleicht für einige Kinder doch wünschswert wäre 8)

jeder arbeitet und lernt zu Hause im Homeoffice (weniger Straßen, weniger Autos)
Hat durchaus Zukunft. Schon heute befinden sich Call Center, Service Desk etc. "auf dem flachen Land" und die Inder in Bangalore können auch gut programmieren. Ist in vielen Berufen sicher gut umsetzbar.

Bildschirme gibt es nicht mehr. Die Inhalte werden direkt über ein Implantat ins Auge projiziert (sehr *gruselig* utopisch)
Genau - utopisch. Aber, der Flachbildschirm wird immer mehr zum Mittelpunkt unseres Heims werden. In ein paar Jahren werden wir keinen Fernseher, DVD Recorder und Computer haben - nur noch ein Gerät - den PC. Der Flachbildschirm hängt an der Wand und wir schauen damit fern, chatten, schauen DVDs, zeichnen auf und alles andere.

Auch das Handy wird über immer mehr Funktionen verfügen und damit "unersetzlich" werden. Schon heute können wir mit dem Handy ins www, fotografieren, Musik hören usw.

Wenn wir uns aber immer mehr von der Elektronik/Technik abhängig machen, dann wird, falls es eines Tages mal einen "Day After" gibt, das keine Utopie mehr sein.

Mad Max lässt grüssen

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst am: 23 Jul 2006 14:12 
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SQL-Syntax-Verdreher
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Registriert: 22 Jun 2006 12:26
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Wohnort: Köln / Bonn
Kleinemma hat geschrieben:
Wissen wird nebensächlich, gelernt wird nur noch, wie man Wissen findet und verarbeitet
Das kann ich nicht ganz nachvollziehen. Wenn ich etwas wissen möchte, dann suche ich Wisssen, verarbeite Wissen und dann habe ich doch Wissen ....
Oder meintest Du, daß Lehrer kein Wissen mehr vermitteln, sondern nur noch Grundkurse zum richtigen "googlen" halten ?


Ja, genau das meinte ich im Großen und Ganzen. Das Wissen im Kopf zu haben ist nicht mehr notwendig, da es überall und zu jeder Zeit abrufbar ist.

Kleinemma hat geschrieben:

Eltern erziehen Ihre Kinder nicht mehr selbst, sondern überlassen dies Robotern
utopisch - eine Stunde im Schwatzladen und Du kommst nicht mehr auf solche Ideen - wobei das vielleicht für einige Kinder doch wünschswert wäre 8)


Naja, wir sind noch lange nicht soweit. Aber manche Dinge nehmen doch schon merkwürdige Auswüchse an:
- Da werden Schwangere gedrängt, ihr Kind abtreiben zu lassen, weil die Nackenfaltenmessung irgendwelche abnormen Werte anzeigt.
- Da wird einfach "vorsichtshalber" mal ein Kaiserschnitt gemacht, weil das für Mutter und Kind weniger stressig sein soll.

Meine Überlegungen gehen sogar noch weiter: irgendwann wird man feststellen, dass die Schwangerschaft an sich für Mutter und Kind ein großes Risiko darstellt. Daher wird man sowohl die Befruchtung als auch das "Ausbrüten" außerhalb des Körpers stattfinden lassen. Keine Hormone, keine Belastungen, kein Geburtsvorgang. Das Kind ist irgendwann "fertig" und wird den Eltern übergeben.
Ist das wirklich nur Phantasie? Ich glaube, die Technik dafür hätten wir jetzt schon.

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst am: 23 Jul 2006 15:31 
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sigara hat geschrieben:
Ja, genau das meinte ich im Großen und Ganzen. Das Wissen im Kopf zu haben ist nicht mehr notwendig, da es überall und zu jeder Zeit abrufbar ist.



Das ist aber gefährlicher Humbug!
Wissen ist bekanntlich nicht gleich Wissen.
Um Wissen bewerten zu können, bedarf es schon eines gewissen Grundwissens. Ich kann die Rhethorik eines Josef Goebbels nicht erkennen, wenn ich nicht zumindest die Grundlagen der Redekunst, bzw der rhethorischen Mittel beherrsche.
Ebensowenig ist es möglich, die Chancen und Risiken der Atomenergie zu bewerten, wenn man nicht zumindest die technischen Grundlagen dieser Technologie "im Kopf" hat.
Es ist nie möglich, das gesamte Wissen aus den Köpfen auszulagern, sondern es braucht immer ein Grundwissen, nennen wir es vielleicht die "Allgemeinbildung", das uns dazu befähigt, sowohl Wissen zu finden, als auch es zu bewerten.

Ich denke also mal, dass die Wissensvermittlung noch immer in großen Teile so bleiben wird, wie sie jetzt ist, dass sich aber neue Inhalte weiter in den Vordergrund schieben werden.

Beispiel sind doch die neuen Kommunikationsmöglichkeiten, die sich aus der Existenz des Internet mit seinen vielfältigen Angeboten ergeben!
Um wirklich mit vielen Nutzern ein Thema zu diskutieren, bedarf es nicht nur einer gewissen Schreibkompetenz, sondern auch einiger sozialer Fähigkeiten, die sich im Prinzip nur in den althergebrachten Strukturen wie Kindergarten, Schule, etc. erlangen lassen.
Vielleicht wird ja mit der Veränderung der Wissensvermittlung ins Elektronische hinein eine Neubewertung dieser "alten" Ideale, der sozialen Kompetenzen und ihrer Vermittlung erforderlich, und vielleicht wird man sie bald wichtiger als je zuvor finden...

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Die Dummheit der Menschen stirbt nie aus


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst am: 23 Jul 2006 15:44 
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derwisch hat geschrieben:
Das ist aber gefährlicher Humbug!


Richtig. Ich habe ja nicht gesagt, dass es gut und richtig ist, wie es sich möglicherweise entwickeln wird.

Wenn man mal betrachtet, wie sich das Lernen in den letzten 20 Jahren entwickelt hat, ist das doch auch ein Rückschritt.

Früher war es vollkommen normal, dass Kinder einen Lesetext abschreiben sollten, um so die Rechtschreibung zu erlernen. Heute werden solche Hausaufgaben kategorisch abgelehnt und nicht mehr gefordert.

Das sieht man dann an den heutigen Schülern. Wieviel Prozent können heute fehlerfrei schreiben?

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