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 Betreff des Beitrags: Aus gegenbenen Anlass...
BeitragVerfasst am: 19 Jan 2007 15:37 
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Sonnenschein
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möchte ich euch mal fragen: Wie haltet ihr es mit der Spracherziehung eurer Kinder. Ich meine speziell Dialekt- Sprache.

Bei uns daheim wird tatsächlich hochdeutsch gesprochen (wirklich ehrlich und wahrhaftig...auch wenn das keiner, der mich nun schon ein bisschen kennt, glauben mag!). Und das obwohl meinereiner nun schon mehr als (m)ein halbes Leben im tiefstem Schwabenland lebe und mein Mann sogar hier geboren wurde und aufgewachsen ist.
Glücklicherweise ist auch die Lehrerin keine Schwäbin, sondern erfrischt uns mit ihrem wunderschönen norddeutschem Dialekt, welcher ja wirklich fast dem Reindeutschen gleichzusetzen ist (wenn man mal über leicht überspitze Wörter wzB. STolpern statt SCHtolpern hinwegsieht).

Da ich ja, zumindest bei Einigen hier, um die jeweiligen Wohnorte weiß, würde mich mal interessieren, wie ihr das so handhabt.

Loli

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst am: 19 Jan 2007 19:17 
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SQL-Syntax-Verdreher
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Meine Großeltern sprachen immer plattdeutsch, meine Eltern jedoch immer hochdeutsch. Das hatte den Vorteil, dass ich platt verstehen kann, jedoch nicht sprechen. Das Platt ist dem Holländischen auch so ähnlich, dass ich ohne Mühe holländisch (sinngemäß) verstehen kann.

Nun denken wir im Allgemeinen immer, dass wir hochdeutsch sprechen. Nach vier Jahren Ostdeutschland bekam ich - ohne es zu wollen oder zu wissen - eine gewisse Klangfarbe und so manche Begriffe schlichen sich einfach ein.

Als ich dann mit derwisch das erste Mal telefonierte (kommt aus meiner Heimatstadt) fiel mir zum ersten Mal auch diese Klangfarbe richtig auf! Wir behaupteten dann beide, dass der jeweils andere einen sehr typischen Dialekt hätte.

Ein Brandenburger sagte mal zu mir (wir stritten uns gerade darüber, ob es viertel vor drei oder dreiviertel drei heißt):

Code:
Brandenburg ist das einzigste Land, in dem übelst gutes Hochdeutsch gesprochen wird!


:roflbtc: :roflbtc: :roflbtc:

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 Betreff des Beitrags: Lich' un' Luf'
BeitragVerfasst am: 19 Jan 2007 19:23 
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Holla die Waldfee
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Lich' un' Luf' giv Saf' un' Kraf' - besonners in Hammuich.

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 Betreff des Beitrags: Re: Lich' un' Luf'
BeitragVerfasst am: 20 Jan 2007 11:14 
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Sonnenschein
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Registriert: 16 Jul 2006 20:04
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dabrain hat geschrieben:
Lich' un' Luf' giv Saf' un' Kraf' - besonners in Hammuich.


Na sach ma :shock:

du kannst plattdüütsch??? :wurdy: :wurdy: :wurdy:


'n oll Fruu un' 'n oll Koh sin' ümmer 'n bät'n to- 'n oll Mann un' 'n oll Peerd Sin' all' beid' nix wert.


:roflbtc:

L :pfeif: li

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 Betreff des Beitrags: Re: Lich' un' Luf'
BeitragVerfasst am: 20 Jan 2007 11:53 
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Holla die Waldfee
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Registriert: 30 Nov 2006 16:00
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Wohnort: In der Nähe einer ehemaligen Hauptstadt
Loli hat geschrieben:

Na sach ma :shock:

du kannst plattdüütsch??? :wurdy: :wurdy: :wurdy:


'n oll Fruu un' 'n oll Koh sin' ümmer 'n bät'n to- 'n oll Mann un' 'n oll Peerd Sin' all' beid' nix wert.


:roflbtc:

L :pfeif: li


:roflbtc: Ich geh kaputt - gaaschte mitt? :roflbtc:

Rheinisches Ridikül, verhochdeutscht: Komm mal hier hin, hier kannst Du nichts verstehen.
So ähnlich wie die Lohnabrechnung: http://www.youtube.com/watch?v=66rfk7NtF2o

Ansonsten war ich mal ein paar Wochen in Geesthacht - abgesehen von dem Spruch oben und einer im Dunklen leuchtende Nase ist aber nüx geblieben.

Dabrain N. (Nixwert)

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst am: 20 Jan 2007 13:01 
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Buchstabensparer

Registriert: 05 Sep 2006 19:16
Beiträge: 22
Wohnort: Irgendwo im Hessischen nahe Ffm.
Der Witz ist: Eigentlich mag ich das Hessisch hier aus der Gegend um Frankfurt üüüüüüüberhaupt nicht. Wenn einer das in breitester "Maddin"-Schwätze spricht, dann ich finde ich es richtig assig. Wobei es ja eigentlich gar kein Hessischer Slang ist und nur im Rest der Republik gedacht wird, wir Hessen würde alle so sprechen. Es ist aber ein Rheinfränkisch, das echte Hessisch spricht man in Mittel- und Oberhessen, also nördlich von Ffm., um Gießen, Wetzlar, Marburg herum (also da, wo ich herkomme).

OK, klugscheißoff. Ich spreche eigentlich ein recht klares Hochdeutsch, obwohl meine Eltern/Großeltern und der Rest der Familie untereinander immer "Owerhessisch Platt" gesprochen haben. Mit den Kindern haben jedoch alle in der Familie Hochdeutsch gesprochen, mein Großvater stammt zudem aus Ostpreußen, bzw. dessen Familie aus Norddeutschland, so dass ich von klein auf gutes Deutsch vorgesprochen bekam. Mein Kind somit auch. Bei meiner Mutter waren alle Kolleginnen mal bass erstaunt, als sie sie das erste mal mit meiner Großmutter telefonieren hörten. Sie dachten immer, meine Mutter stamme aus Niedersachsen oder so und dann sprach sie breitestes hessisches Platt (ich kann das übrigens auch, meine fünfte Fremdsprache ;-)).

Obwohl ich den Frankfurter/Offenbacher Slang nicht so mag merke ich aber, dass ich zum Beipiel bei bestimmten Kunden das mache, was man "spiegeln" nennt - ich passe mich automatisch dem Klang seiner Sprache an und mein sonst klares Hochdeutsch mit sehr wenig hessischer Färbung geht in Richtung "Offebäscher Gebabbel". :oops: Ist Kollegen von mir auch schon aufgefallen. Gleiches passierte mir schon zu Besuch bei Freunden in Ulm, da beginne ich nach ein paar Tagen mit schwäbischer Einfärbung zu reden und bin ich in NRW oder in Norddeutschland, ganz genauso. Dennis geht es ähnlich, eigentlich spricht er auch sehr schönes Deutsch, allerdings hört man bei ihm doch öfter mal raus, dass er die meiste Zeit seines Lebens in der Nähe von Frankfurt aufgewachsen ist. :roll: Wobei es bei ihm auch danach geht, mit wem er gerade spricht. Er kann da wie ich auch ganz gut switchen. Na gut, durch die Plattsprecherei der Großen sind wir in unserer Familie ja sozusagen zweisprachig aufgewachsen, vielleicht kommt daher unser Talent.

Lange Rede, gar kein Sinn: Ich finde es fürchterlich, wenn Kinder den Slang ihrer Gegend ganz extrem sprechen und überhautp nicht in der Lage sind, situationsangepasst auch mal halbwegs dialektfrei zu reden (von Einfärbungen mal abgesehen, von denen ist wohl kaum jemand ganz frei). M.E. sind da Probleme verschiedenster Art vorprogrammiert. Seien es nun Vorurteile der anderen, dass man sie für Bauerntrampel hält oder aber auch Probleme im Deutschunterricht. Ich bin daher sehr dafür, dass man mit Kindern "gutes" Deutsch spricht.

Wobei ich es allerdings sehr begrüße, wenn Kinder beides kennen (und können) - Hochdeutsch und den Dialekt ihrer Gegend. Fördert die sprachliche Intelligenz und wir haben in diesen alten Dialekten so ein reiches und althergebrachtes Kulturgut (teils ja mit eigener Literatur, Liedern etc.), das gehört auch gepflegt. Desweche du ich aach ab'n'an ema e bissi Platt schwätze med'm Kend. -> Deswegen spreche ich ab und zu einmal auch ein bisschen Platt mit dem Kind.

Gruß
Christine

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Der Klügere gibt nach! Eine traurige Wahrheit - sie begründet die Weltherrschaft der Dummheit.
(Marie von Ebner-Eschenbach)


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst am: 20 Jan 2007 15:05 
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Sonnenschein
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Registriert: 16 Jul 2006 20:04
Beiträge: 1351
Wohnort: ganz nah bei S
Junimond hat geschrieben:
Der Witz ist: Eigentlich mag ich das Hessisch hier aus der Gegend um Frankfurt üüüüüüüberhaupt nicht. Wenn einer das in breitester "Maddin"-Schwätze spricht, dann ich finde ich es richtig assig.


Kommentarlos unterschreib!

Junimond hat geschrieben:
Lange Rede, gar kein Sinn: Ich finde es fürchterlich, wenn Kinder den Slang ihrer Gegend ganz extrem sprechen und überhautp nicht in der Lage sind, situationsangepasst auch mal halbwegs dialektfrei zu reden (von Einfärbungen mal abgesehen, von denen ist wohl kaum jemand ganz frei). M.E. sind da Probleme verschiedenster Art vorprogrammiert. Seien es nun Vorurteile der anderen, dass man sie für Bauerntrampel hält oder aber auch Probleme im Deutschunterricht. Ich bin daher sehr dafür, dass man mit Kindern "gutes" Deutsch spricht.


Klar, ein wenig wird man wohl immer übernehmen, obwohl ich mich vehement wehre, schlüpft mir hier und da auch mal ein kleines schwäbisches "Wörtle" raus. Ab und an schwätz ich sogar absichtlich schwäbisch, nur um Andere zu ärgern :evil: , natürlich dann total überzogen und breit, woischt?
Eine Bekannte von mir übt mit ihrer Tochter für ein Diktat. Mutter überzeugte Schwäbin diktiert (natürlich schwäbisch, was sonst?), Kind in 10 Sätzen 27 Fehler :shock: , bei der Hälfte der Fehler musste selbst die Mutter erst in entsprechender Literatur nachschlagen. Ist das nicht traurig?


Grüßle Loli

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 Betreff des Beitrags: Zweisprachig
BeitragVerfasst am: 20 Jan 2007 20:26 
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Tastaturabnutzer
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Also ich war auch schon ziemlich früh absolut zweisprachig und konnte schon damals je nach Gegenüber zwischen "Jlabbacher Platt" übelster Kajüte und Hochdeutsch hin und her wechseln.
Ich glaube, das ist einfach ein gewisses Talent und ich weiss nicht so genau, ob ich jetzt deshalb musikalisch bin, weil ich schon früh Dialekt sprach, oder ob ich das beides konnte, weil ich musikalisch war...
Im Prinzip wurde bei meinen Eltern nur Platt gesprochen, also kann das prinzipiell nicht der einzige Grund sein, warum man als Kind nicht richtig schreiben lernt ;-)

gruetze
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 Betreff des Beitrags: Welche Sprache wohl zu diesem Anlass?
BeitragVerfasst am: 20 Jan 2007 20:34 
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Holla die Waldfee
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Meine Eltern MUSSTEN hochdeutsch reden, da blieb ihnen gar nichts übrig. Er war Rheinländer, sie ist Bayerin (ja, Hochbegabte merken auf: Es ist wahr, ich bin ein Mischling). Deschteweschen hobe isch abä koane Brroblehme beym dibben. HOscht mi? Ies dös Schrei'm jetzatle bey dene ihre Büldschirma?

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 Betreff des Beitrags: Re: Welche Sprache wohl zu diesem Anlass?
BeitragVerfasst am: 20 Jan 2007 20:59 
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Tastaturabnutzer
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dabrain hat geschrieben:
Ies dös Schrei'm jetzatle bey dene ihre Büldschirma?


DAS hab ich mich auch schon oft gefragt, zwar ein wenig mundartlich gefärbt (anders als deine Version), allerding prinzipiell mit gleichem Inhalt:
Wie? Unn datt kann dä jetz direckt läese, watt isch do jetz jeschrivve hann?


gruetze
derwisch

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 Betreff des Beitrags: Re: Welche Sprache wohl zu diesem Anlass?
BeitragVerfasst am: 20 Jan 2007 21:04 
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Holla die Waldfee
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Registriert: 30 Nov 2006 16:00
Beiträge: 3254
Wohnort: In der Nähe einer ehemaligen Hauptstadt
derwisch hat geschrieben:

DAS hab ich mich auch schon oft gefragt, zwar ein wenig mundartlich gefärbt (anders als deine Version), allerding prinzipiell mit gleichem Inhalt:
Wie? Unn datt kann dä jetz direckt läese, watt isch do jetz jeschrivve hann?


gruetze
derwisch


Watt mahter die janze Tach üwwä? is der do nu am lurre? ne-ne-ne,ne-ne-ne,ne-ne-ne. Dat hattisch mir fürhin ooch noch jedaach, aber ne...

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst am: 20 Jan 2007 21:22 
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Hexe
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Registriert: 22 Jun 2006 16:49
Beiträge: 1404
Wohnort: das schönste Bundesland der Welt
Ich mag bidde 'n Übersetzer hab'n. Ich fühl mich so ausgegrenzt hier.

Glücklicherweise sprach bei uns zu Hause niemand platt. Ich kenne viele Kinder die dadurch enorme Schwierigkeiten mit der Rechtschreibung hatten.

Ich kann das deswegen plattdeutsch auch nur verstehen, aber nicht sprechen. Das wiederum find ich manchmal schade.
Erlernen kann man das später nicht wirklich. Man ist damit groß geworden, oder es bleibt eine Fremdsprache.

Allerdings höre ich einige Dialekte furchtbar gern. Ich finde nur Kopien meist etwas **** :pfeif:

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Gruß, Toxina, signaturbefreit.


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