Bekanntlich ist e-learning noch immer ein Feld, das eher dem "professionellen" Bereich zugerechnet werden muss.
In Unternehmen werden hochspezialisierte Systeme eingesetzt, um hochspezielle Kenntnisse an Spezialisten zu vermitteln.
Auf der anderen Seite wird e-learning in Hochschulen gewinnbringend eingesetzt, auch Bildungsträger für die berufliche Weiterbildung verwenden es mit mehr oder minder großer Akzeptanz seitens der Benutzer.
In Schulen findet e-learning bislang auch eher mit fertigen und recht teuren Lösungen Anwendung, was vor allem daran liegt, dass die Erstellung von Inhalten sehr aufwändig ist.
Gerade im mathematisch-/naturwissenschaftlichen Bereich ist es bis heute schwierig, eine Formel, die man auf ein Stück Papier locker schreiben kann, in einem vom Rechner darstellbaren Format einzugeben.
Für den Benutzer existiert bislang keine Schnittstelle, um "mal eben" eine Formel in einem tauglichen Format über ein Forum, eine Newslist oder ähnliches auszutauschen.
Dies liegt nicht nur daran, dass die Tastatur gewisse Symbole nicht erlaubt (weiss jemand, wo die Taste für eine Wurzel auf der Tastatur ist?), sondern auch daran, dass es schlicht noch keine anerkannte Auszeichnungssprache für mathematische Ausdrücke im Netz gibt.
So gibt es eine Reihe von Editoren für mathematische Formeln, die aber allesamt nur proprietär sind, und damit nur den Austausch innerhalb bestimmter Programme ermöglichen.
Der Formeleditor der MS-Office Suite mag besser geworden sein, für den Austausch in e-learning Umgebungen oder gar in Foren ist er nicht geeignet.
Seit einiger Zeit gibt es nun einen Ansatz des w3c, die zu ändern, und inzwischen ist das Ergebnis der Bemühungen schon durchaus benutzbar.
Der Ansatz fußt auf den Möglichkeiten der Auszeichnungssprache XML. Neue XSL-Definitionen erlauben derzeit schon eine recht gute Darstellung wissenschaftlicher Formeln innerhalb von HTML-Seiten, solange der verwendete Browser XML-fähig ist.
Die Anzahl der Editoren für solche Dateien wächst.
Es ist nach wie vor noch nicht einfach, diese Funktionalität in Webseiten einzubinden, wenn diese interaktiv für Benutzer sind, aber die Entwicklung an entsprechenden Editoren, die auch auf dem Webserver selbst verwendet werden können, scheint langsam voran zu kommen.
Wenn man diese Entwicklung konsequent fortführt und dabei die usability nicht außer acht lässt, bleibt zu hoffen, dass man sich in Zukunft nicht mehr nur per Internet bei englischen Texten, Inhaltsangaben im Fach Deutsch, Referaten in Geschichte und ähnlichem leicht zu verbalisierenden austauschen kann, sondern auch mit wenig Aufwand in der schönen Symbolsprache der Mathematik.
Nähere Infos zu MathML:
http://www.w3.org/Math/